Vita

Der Tenor Daniel Jenz gehört seit 2020 dem Ensemble der Wiener Staatsoper an. In der kommenden Spielzeit 2026/27 wird er dort als David in Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg« sowie als Graf Elemer in Strauss’ »Arabella« debütieren und in der Neuproduktion von »Ariadne auf Naxos« die Partie des Brighella geben. Zudem wird er erstmals an der Opéra de Monte-Carlo auftreten (als Jaquino in Beethovens »Fidelio«) und sein Repertoire mit Erik in Wagners »Der fliegende Holländer« am Luzerner Theater erweitern.

Höhepunkte im Haus am Ring waren u.a. Jaquino (»Fidelio«) unter der Leitung von Franz Welser-Möst, Steuermann (»Der fliegende Holländer«) unter Bertrand de Billy, Walther von der Vogelweide (»Tannhäuser«) und Narraboth (»Salome«) unter Philipp Jordan sowie seine Rollendebüts als Kavalier (»Cardillac«) unter Cornelius Meister, Leukippos (»Daphne«) unter Sebastian Weigle und Antonio (»The Tempest«) unter der Leitung des Komponisten Thomas Adès. Er interpretierte ferner Andres (»Wozzeck«), Froh (»Das Rheingold«) und Alfred (»Die Fledermaus«). Besondere gesangsdarstellerische Akzente setzte er als Nutrice/Primo Famigliare in »L’incoronazione di Poppea« sowie in der Spielzeit 2023/24 als Weißer Minister in György Ligetis »Le Grand Macabre« – beides Erstaufführungen an der Wiener Staatsoper unter Pablo Heras-Casado. Er arbeitete des Weiteren mit Roberto Abbado, Francesco Angelico, Marco Armiliato, Semyon Bychkov, Sylvain Cambreling, Dennis Russell Davies, Adam Fischer, Daniele Gatti, Yoel Gamzou, Thomas Guggeis, René Jacobs, Axel Kober, Tugan Sokhiev, Omer Meir Wellber, Vasily Petrenko, Alexander Soddy und Lorenzo Viotti zusammen.

2024 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen in der Neuproduktion von »Tristan und Isolde«. 2025 wirkte er u.a. in der Neuproduktion von »Die Meistersinger von Nürnberg« mit; in diesem Jahr ist er im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums der Festspiele wieder in »Parsifal« zu erleben.

Daniel Jenz, geboren in Esslingen am Neckar, studierte an den Hochschulen Mainz und Graz und gehörte dem Jungen Ensemble des Mainzer Staatstheaters an. Er ist u.a. Preisträger beim Bundeswettbewerb Gesang 2006, war Bayreuth-Stipendiat im Jahr 2008 und wurde 2009 mit dem Franz-Völker-Preis für Nachwuchstenöre ausgezeichnet. Daniel Jenz war Ensemblemitglied am Stadttheater Hildesheim, am Theater Lübeck und zuletzt am Staatstheater Kassel. An diesen Häusern gestaltete er ein breites Repertoire an Fachpartien darunter Baron Kronthal (»Der Wildschütz«), Tom Rakewell (»The Rake’s Progress«), Fenton (»Die lustigen Weiber von Windsor«), Tanzmeister (»Ariadne auf Naxos«) sowie Tamino (»Die Zauberflöte«). Seine Interpretation von sieben Partien im selten gespielten »Christophe Colomb« von Darius Milhaud am Theater Lübeck 2019 fand überregionalen Beifall.

Gastengagements führten ihn u. a. an die Staatsoper Berlin, an das Teatro Massimo di Palermo, an die Oper Frankfurt und die Oper Bonn, an die Hamburgische Staatsoper, an das Nationaltheater Mannheim, an das Staatstheater Mainz, an das Landestheater Linz, an das Tōkyō Bunka Kaikan, zum Schleswig-Holstein Musik Festival und in die Liverpool Philharmonic Hall.

Beim Lehár-Festival Bad Ischl 2019 interpretierte er den Maxime de la Vallé in der Operette »Clo-Clo« von Franz Lehár. Diese Wiederentdeckung wurde vom Operetten-Boulevard des BR‑Klassik mit dem „Frosch des Monats“ ausgezeichnet und als CD-Weltersteinspielung zum 150. Geburtstag von Franz Lehár veröffentlicht. 2024 erschien die Aufnahme des »Parsifal« der Wiener Staatsoper bei Sony Classical, 2025 die Neuproduktion der Bayreuther Festspiele von »Tristan und Isolde« auf Blu‑ray bei der Deutschen Grammophon, und im Jahr 2026 zum 100‑jährigen Bestehen von Paul Hindemiths »Cardillac« wurde die Aufnahme beim Label Capriccio/Naxos veröffentlicht.

Backstage mit Daniel Jenz

PORTRAIT publiziert in der Ausgabe des Monatsmagazins OPERNRING ZWEI.